Das Konrad-Wachsmann-Haus

Das bekannteste Haus der Stadt Niesky

Das Konrad-Wachsmann-Haus wurde 1927 nach einem Entwurf von Konrad Wachsmann durch die bekannte Nieskyer Holzbaufirma Christoph & Unmack errichtet. Mit seiner modernen, am Bauhaus orientierten Formensprache ist es ein herausragendes Beispiel für den industrialisierten Holzhausbau. Ursprünglich als Wohnhaus für ein Vorstandsmitglied der Firma Christoph & Unmack errichtet, erwarb es einige Jahre später der Chefarzt des Nieskyer Krankenhauses.

Nach 1945 wurde das Blockhaus öffentlich genutzt, zunächst als Katasteramt, dann von der FDJ-Kreisleitung.

Im Jahre 1983 wurde das Holzhaus als Werk Konrad Wachsmanns erkannt und unter Denkmalschutz gestellt. Es folgten erste Sanierungsarbeiten. Nach langen Jahren des Leerstandes konnte die Stadt Niesky im Jahre 2005 das Konrad-Wachsmann-Haus erwerben.

Zwischen 2011 und 2014 wurde das Holzhaus denkmalgerecht saniert. Grundlage für die Sanierung waren unter anderem historische Pläne und Fotografien. Ein Restauratorenteam entdeckte die ursprüngliche, intensive Farbigkeit der einzelnen Räume. Diese wurde mittels Leinölfarben wiederhergestellt.

Die feierliche Eröffnung des Forum Konrad-Wachsmann-Haus mit der Dauerausstellung „Holzbauten der Moderne - Entwicklung des industriellen Holzhausbaus“ fand im Oktober 2014 statt.

Virtueller Rundgang durch das Konrad-Wachsmann-Haus

Mit freundlicher Unterstützung von der Firma SACHSENHITS VRmedia wurde der folgende virtuelle Rundgang durch das Konrad-Wachsmann-Haus erstellt. In kürze folgt eine digitale interaktive Dokumentation des Projektes "Kleiner Christoph".

Baubeschreibung

Das Direktorenwohnhaus wurde 1927 in Blockbauweise errichtet. Wachsmann konstruierte einen funktionell durchdachten, modernen Bau mit klarem, kubischem Baukörper. Im Gegensatz zu herkömmlichen Blockhäusern treten die Zwischenwände nicht aus der Fassade hervor, sondern sind in einer Nut der Außenwand eingeschoben. Dadurch erhält die Fassade einen gespannten, fast hautartigen Charakter. Bemerkenswert ist die opulente Durchfensterung. Die verstärkten Bohlen der Sturze überspannen Fensterbänke mit Weiten bis zu sechs Metern. Die Räume im Erdgeschoss lassen sich durch Schiebetüren variieren, der Schornstein steht als Pfeiler mitten im Raum. Eine großzügige Terrasse vermittelt den Übergang zum parkähnlichen Garten. Die Galerie im Obergeschoss erschließt die kleineren Schlafräume der Eltern und Kinder. Moderne, harmonisch aufeinander abgestimmte Farben schmücken die einzelnen Räume.